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Interview mit dem Dropkick Magazin, 2006...
Interview mit dem Online-Fanzine "Dropkick Magazin" zum Label, 10 Jahren Twisted Chords und nicht zuletzt: Fussball. Geführt und veröffentlicht im Dezember 2006.

„Abseits von all den Saturnen, Media Märkten und sonstigen Einkaufszentren dieser Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten ein Parallel-Universum entwickelt, welches den meisten Musikfreunden wahrscheinlich ziemlich unbekannt vorkommen dürfte. Menschen, die versuchen, unabhängig Musik zu veröffentlichen. Plattenlabel selbstgemacht. Kein Wunder, dass das Ganze unter dem Namen DoItYourself firmiert.
Das alles gibt es in unzähligen Varianten: Menschen, die Cassetten selber kopieren und weiterverbreiten, einmal in ihrem Leben eine Vinyl-Single einer befreundetetn Band veröffentlichen. Oder solche, die einmal angefangen haben und nie mehr davon losgekommen sind. Solange, dass nach zehn Jahren 52 Veröffentlichungen [vom Tape über Vinyl-Singles und LPs bis zu CDs] in grob geschätzten Gesamtstückzahlen von 50.000 zusammenkommen. Die Rede ist hier vom höchst sympathischen Label Twisted Chords aus Pfinztal bei Karlsruhe. Anlass zu diesem netten Plausch per eMail mit Macher Tobias war das oben erwähnte runde Jubiläum.“

Zehn Jahre Twisted Chords, eine beeindruckende Zeit für ein Label, was quasi aus dem Kinderzimmer heraus entstand. Woher kam die Motivation weiterzumachen als man eigentlich am liebsten hinschmeißen wollte?

Stimmt soweit schon, das Ganze hat wirklich im Kinderzimmer begonnen und hat sich dann so step by step entwickelt. Der Anfang war aber auch weit von dem entfernt, wie Twisted Chords heute arbeitet. Damals bin ich reichlich ahnungslos an die Sache rangegangen und hatte auch keinerlei Erfahrung in der Labelarbeit. Dementsprechend wenige Sachen sind in der Anfangszeit auch erschienen und dementsprechend wenig wurde davon auch abgesetzt. Professionallisiert hat sich das alles erst im Laufe der Jahre und mit der Zeit-und Arbeitsintensität von heute arbeite ich da auch erst seit circa fünf Jahren dran…
Die Gründe nicht hinzuschmeißen sind vielfältig, in erster Linie, weil es meistens immer noch Spaß macht und ich einfach saugerne mit den meisten Bands, Distros usw. zusammenarbeite. Ich hätte ohne TC sicherlich viele Menschen nie kennen- und schätzengelernt, hätte keine Kontakte in alle Welt und würde nicht jedes zweite Wochenende irgendjemanden auf einem Konzert treffen, der eigentlich hunderte Kilometer weit weg wohnt. Will sagen: zu einem großen Teil halten die Menschen das Ding am Leben, auf die ich einfach Bock habe und die zu schätzen wissen, was ich hier mache.
Situationen in denen ich gerne hinschmeißen wollte, gab es in der Vergangenheit dutzende. Platten, die nicht funktionieren, nicht verstanden werden, Rechnungen, die nicht bezahlt werden, Menschen, die sich im Nachhinein als Enttäuschungen rausstellen und so weiter und so fort. Ich bin oft genug genervt und gefrustet von der ganzen Sache, aber unter dem Strich überwiegen die positiven Momente und so lange das so ist, geht es weiter.

Was mir unheimlich gut an deinem Label gefällt, ist die musikalische Vielfalt. Eine Sache, die ich in der DoItYourself-Szene nie verstanden habe, war nämlich exakt die Fixiertheit auf Punk und Hardcore. Sowas wie TC findet man in Deutschland nicht gerade oft. Wie ist es dazu gekommen und welche musikalischen Grenzen gibt es bei dir? Wie sähe es zb mit Techno oder Country-Sachen aus?

Danke für die Blumen. Das Label spiegelt natürlich in erster Linie meinen persönlichen Geschmack wieder und ist zu einem gewissen Teil auch einfach mein „Ego-Ding“. Ich kann eigentlich relativ viel unterschiedliche Musik hören und gut finden, von daher gibt es erstmal keine Grenzen was Musikstile angeht. Bevor das jetzt zu „open-minded“ klingt: Grundlage der ganzen Sache und Herzensding ist natürlich diese ganze Punk/Hardcore-Schiene, da komme ich her, das hat mich geprägt und fasziniert mich bis heute am meisten, aber das schließt eben nicht aus, dass ich auch mal eine Ska-Platte oder eine HipHop-Sache oder was auch immer mache. Zu z. B. Techno habe ich wenig Bezug, aber wenn mir morgen ein Techno-DJ über den Weg läuft, den ich gut finde, wer weiß, was dann passiert… Auf jeden Fall fände ich ganz pauschal diese Elektronik-Schiene schon ganz spannend, da kommt vielleicht schon mal noch was…. Oder was mir auch noch fehlt ist so ein klassisches „Indie-Ding“, da finde ich auch viele Sachen richtig gut, fürs Label hat sich bisher aber nichts in der Richtung angeboten. Ach so, und wieso das bei anderen Labels so selten vorkommt: weil die Worte Szene und Ghetto verdammt nah beieinander stehen – manchmal...

Du führst das Label, nennen wir es mal, semi-professionell, d. h. halbtags gehts noch zur Arbeit. Das legt nahe, dass Twisted Chords keine Riesengewinne abwirft. Womit verdienst du denn dein restliches Geld?

Ganz unspektakulär, ich arbeite im Büro in einem Krankenhaus. Überhaupt nichts Spannendes, aber wichtig, weil es mich eben in die Situation versetzt, auf der einen Seite noch halbwegs Zeit für das Label zu haben, auf der anderen aber mein Grundeinkommen sichert, was mich unabhängiger macht von Twisted Chords. Riesengewinne wirft TC keine ab, eigentlich eher gar keine. Der Laden trägt sich, mehr ist meistens nicht drin – ich verdiene in der Regel also gar nichts damit…. „Lohn“ heißt im Falle von Twisted Chords also eher, dass ich halt mal umsonst zu einem Konzert komme oder mir ein paar Platten wegstelle…

Empfindest du die normale Arbeit nebenher als Vor- oder als Nachteil? Im Sinne von finanzieller Unabhängigkeit von den Verkaufszahlen des Labels, was ja auch gleichbedeutend mit mehr Freiheit in der Auswahl der Bands ist...

Ein Nachteil ist es in so fern, dass mir eben nur begrenzte Zeit für das Label zur Verfügung steht und ich dementsprechend nicht alles machen kann, was ich gerne ausprobieren würde. Die Vorteile überwiegen aber, zum einen weil ich finanziell mit dem Label nicht überleben könnte, zum anderen weil es mir die Möglichkeit gibt viel eher was auszuprobieren und notfalls auch einen Flop hinzulegen. Ich mache auf dem Label also was ich gut finde und wenn das jemand haben möchte, ist es schön, wenn nicht, zumindest nicht dramatisch.

Welche Bedeutung kommt deiner Meinung nach Labels wie Twisted Chords für Bands, Käufer u. ä. in der heutigen Musiklandschaft zu?

Puh, keine Ahnung, welche Relevanz hat ein Label wie TC? Kann ich nur schwer beurteilen... Sicherlich bedeutet es einem kleinen Kreis von Menschen etwas was ich da mache, aber ich könnte jetzt nicht sagen, dass das Label damit in irgendeiner Form relevant ist. Was es den Bands bedeutet, müsstest Du sie selbst fragen, ich hoffe mal, dass die meisten relativ zufrieden sind mit TC. Zumindest ist die große „Bandflucht“ bisher ausgeblieben. Und was Konsumenten angeht: nimmt der Konsument das Label überhaupt in der Form war? Interessiert es jemanden wo die neue Platte von xyz erscheint? Bestes und aktuellstes Beispiel, Peter von Turbostaat hat ihren anstehenden Wechsel zum Major damit begründet, dass es 90% der Leute eh scheißegal sei wo ihre Platten erscheinen. Ich würde mir wünschen, dass er Unrecht hat, aber die Erfahrungen sprechen dagegen...

Dein Label ist eigentlich durchgehend von Bands mit politischen Inhalten geprägt. Wie wichtig empfindest du die Verknüpfung von Inhalt und Musik? Könntest du dir auch vorstellen eine reine Fun-Band zu veröffentlichen?

Schwierig. Die Antwort habe ich jetzt zum dritten Mal neu geschrieben, so bleibt sie jetzt stehen: grundsätzlich muss eine Band auf TC keine politischen Inhalte haben, das ist also sicher kein Ausschlusskriterium. Aber ich finde es natürlich sehr sympathisch, wenn die Bands etwas zu sagen haben oder zumindest durchschimmern lassen, wo sie stehen. Ob das jetzt immer in der Agit-Prop-Version à la Guerilla passieren muss, sei mal dahin gestellt. Wichtig ist in erster Linie, dass eine Band irgendwie auf Twisted Chords passt, das muss musikalisch irgendwie passen, das muss menschlich passen und wenn wir dann an dritter Stelle auch noch inhaltlich was miteinander anfangen können, ist es schön. Heißt aber eben nicht, dass ich nicht auch eine Band machen würde, die lieber über Sonne, Strand und Cocktails singt...
Übrigens gab es auch in der Vergangenheit schon Veröffentlichungen mit Bands, die sich überhaupt nicht politisch geäußert haben, die sind aber angesichts der aktuellen „Vorzeigebands“ etwas untergegangen…. Und zum Beispiel eine Band wie Drunk aus Norwegen würde ich jetzt auch gar nicht so sehr als explizit politisch bezeichnen, natürlich sind das Leute die genau wissen wo sie stehen, aber die sich auf der Bühne beispielsweise kaum äußern...

Kurze Frage, kurze Antwort bitte:

Wenn du einen Wunsch frei hättest: Welche existierende Band würdest du gerne veröffentlichen?

Die Ärzte, weil super und eine meiner ersten „Punkbands“

Welche aufgelöste Band?

Slime, weil siehe oben.

Bester Crass-Song?

Darf ich das hier gestehen oder trägt der nächste Dropkick-Artikel dann die Überschrift „Inner Conflict wechseln Label“? Ich war nie sonderlich großer Crass-Fan...peinlich, peinlich. Antwort: „Do they owe us a living?“

Wichtigste Textzeile, die je geschrieben wurde?

Eigentlich wollte ich hier die Überleitung zum Fussball schaffen, aber das hast Du mit falscher Fragestellung jetzt versaut. Textzeile weiss ich gerade keine, aber ein Fussball-Zitat hätte ich auf Halde: „Manche Menschen glauben, beim Fußball ginge es um Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Es geht um viel, viel mehr“ [G. Linecker] [Das war doch Bill Shankley, oder? d. Verf.]

Ein Klassiker: das Lieblingstier! Welches?

Gehabtes: Katze. Gewolltes: Schildkröte

Unser Thema ist ja deinem - it’s more than music - recht ähnlich…hier gehts ja auch um mehr als Musik, nämlich Fußball. Als Fan des Karlsruher SC bist du momentan wohl recht gut gelaunt. Glaubst du, dass ihr den Aufstieg schaffen könnt?

Ich beantworte dieses Interview zwei Tage nach einem grandiosen 4:0-Auswärtssieg in Freiburg und Du stapelst hier so tief? Die Frage ist doch wohl eher, ob wir nach dem so gut wie feststehenden Aufstieg gleich in Richtung Champions League durchstarten oder erst noch – der guten alten Zeiten wegen – ein Jahr UEFA-Cup mitnehmen. Nein, im Ernst, die aktuelle Mannschaft ist die geilste seit ich-weiß-nicht-wie-vielen-Jahren und macht einfach höllisch viel Spaß. Und alles spricht momentan für den Aufstieg und dieses Team hätte es einfach auch verdient.

Hast du diese legendäre Euro-Eddi-Zeit eigentlich schon live miterlebt? Kahn und Scholl im KSC-Dress? Wenn ja: erzähl mal was davon! Und: Fängt jetzt in Karlsruhe langsam die Träumerei von Liga eins an?

Ich war das erste Mal mit acht oder neun Jahren beim KSC und seit ich elf bin, habe ich nur wenige Heimspiele verpasst. Will sagen: ich habe sowohl Kahn als auch Scholl als auch Euro-Eddie und wie sie alle hießen live gesehen und war auch bei den kurzzeitigen Höhenflügen in den Neunzigern dabei. Legendär ist dabei sicherlich die UEFA-Cup-Saison 93, die Spiele kann ich heute noch größtenteils aus dem Gedächtnis rekonstruieren. Das 7:0 gegen Valencia ist unvergesslich, am Tag darauf fehlte ich unentschuldigt in der Schule, genauso wie im Halbfinale gegen Salzburg. Das Auswärtsspiel wurde damals wegen der Stadionkapazität in Wien ausgetragen, was aus der vermeintlich harmlosen Auswärtsfahrt eine wesentlich weitere machte und mich zwei Tage in der Schule fehlen ließ… Ja, war schon der Hammer damals, genau so wie der absolute Absturz bis in die Regionalliga gegen Ende der Neunziger...

Wenn ich mich richtig erinnere, bist du großer Freund der Borussia aus Mönchengladbach und insbesondere vom Ex-Sportdirektor, oder?

Wie hätte Markus Wiebusch jetzt sinngemäß gesagt/gesungen: „eigentlich habe ich gar nichts gegen Gladbach, aber…“. Nein, eigentlich finde ich die Borussia gar nicht mal unsympathisch, aber da gab es in meiner Kindheit dieses legendäre KSC-Spiel gegen Gladbach, bei dem Hochstätter [angeblich] von einem Feuerzeug getroffen wurde, das Spiel wurde wiederholt, der Skandal ging über Wochen und als KSC-Fan musstest du Gladbach danach einfach hassen. Das ging gar nicht anders...

Gibts sonst noch Vereine, für die dein Herz schlägt?

Grundsätzlich finde ich St. Pauli noch sehr sympathisch, aber das erzählt Dir an dieser Stelle wahrscheinlich jeder, der sich irgendwie als links versteht. Und den SC Freiburg empfinde ich als ganz nett, das wars dann aber auch im Profifußball. Bremen schaue ich im Moment saugerne, weil die einfach sensationellen Fußball spielen, aber deswegen schlägt da noch lange nicht mein Herz dafür. Was ich aber in den letzten Jahren wieder für mich entdeckt habe, ist der tieferklassige Fußball und wenn ich es ein-oder zweimal pro Saison zum FC Pforzheim (Oberliga) oder den KSC Amateuren (Regionalliga) schaffe, finde ich das schon sehr nett meistens.

Unbedingt vorbeischauen: www.twisted-chords.de

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