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Interview mit dem "Stay where the pepper grows"-Fanzine, 2007...
Interview mit dem "Stay where the pepper grows"-Fanzine aus dem August 2007:

So, Twisted Chords existiert ja nun schon seit 10 Jahren und hat sich zu einem sehr eigenwilligen Label entwickelt...also ich finde es schon bemerkenswert, du läßt es nicht zu, daß man dich in eine typische Schublade pressen kann, musikalisch sehr gemischt. Während ich zum Beispiel vielen Labels unterstelle, daß sie nur auf einer Stelle rumtanzen...wie siehst du diese Entwicklung deines Labels

Eigenwillig ist das sicher, was ich da mache, da hast Du recht. Ich fand‘s immer relativ langweilig, wenn Labels wirklich nur eine Mini-Nische oder ein Sub-Genre bedienen und darüberhinaus nichts passiert. Mein Musikgeschmack beschränkt sich halt nicht nur auf eine Nische, sondern ich kann recht viel hören und mögen und entsprechend mache ich auf Twisted Chords auch einfach, worauf ich Lust habe und was ich für gut genug halte. Dass kaum jemand alles auf dem Label gut finden kann, ist mir schon klar, aber gleichermaßen halt auch egal. Eine richtig bewusste Entwicklung war das eigentlich gar nicht, wie so vieles bei TC hat sich das einfach ergeben.....

Auf den Flyern bzw. als eines deiner Mottos steht "It's more than music"...was ist denn an Twisted Chords so viel "More than Music

Zunächst mal ist „More than music“ eine alte Parole der Achtziger-Hardcore-Bewegung und eine Geschichte, die ich so einfach super finde: es geht bei Punk/Hardcore/Whatever einfach nicht nur um Musik, sondern auch um Inhalte und Aktivismus und dafür steht „More than music“ für mich und in dem Sinne habe ich das „geklaut“. Außerdem hoffe ich schon, dass bei den Twisted Chords-Veröffentlichungen irgendwie ein bisschen mehr hängen bleibt als nur ein paar (mehr oder weniger) nette Melodien....

Ich habe mir mal deinen Labelsampler angesehen und im Beiheft rumgestöbert...und ich kann da heraus lesen, daß du mit sehr viel Herzblut an deinem Label arbeitest...also du verwirklichst dir ja deine Träume damit, in dem du mit Bands zusammenarbeitest, die du liebst...irgenwo habe ich sogar gelesen "diese Platte habe ich nur für mich gemacht"...inwieweit kann man denn davon sprechen, daß es dein Ego-Trip ist

Das Label ist voll und ganz mein Egotrip und natürlich hängt da jede Menge Herzblut drin. Im Prinzip ist es mir meistens auch relativ egal was andere davon halten. Es gibt so ein paar Menschen und Freunde, auf deren Meinung ich durchaus Wert lege, aber das sind wenige und beim Rest freut es mich, wenn die es gut finden und wenn nicht, juckt es mich auch nicht weiter. Eigentlich ist das bei fast allen Platten so, dass ich die für mich mache und wenn die noch jemand anders toll findet, ist das schön, wenn nicht, dann halt nicht...(was aber wirtschaftlich natürlich nicht lange gut geht....räusper)

Inwieweit stehst du denn hinter deinen Veröffentlichungen...haben dich Menschen schon mal enttäuscht, von denen du dachtest "toll mit denen zusammenzuarbeiten“. Wie bist du mit diesen Enttäuschungen umgegangen.

Ich stehe hinter allen Veröffentlichungen voll und ganz. Also klar gibt‘s Sachen, die ich vor 10 Jahren gemacht habe und die ich heute nicht mehr so nachvollziehen kann, aber die waren für den damaligen Zeitpunkt völlig o.k. und entsprechend stehe ich da auch noch dahinter. Menschliche Enttäuschungen gab‘s in dem Zeitraum natürlich auch genügend, aber das ist doch soweit auch normal, Du wirst immer mal wieder jemandem über den Weg laufen, von dem Du mal enttäuscht wirst....

Ich gehe davon aus, daß Twisted Chords nicht soviel abwirft um davon leben zu können...wie und wovon ernährst du dich

Nein, davon leben kann ich nicht und würde ich auch nicht unbedingt wollen, das würde mir einiges an Entscheidungsfreiheit nehmen. Ich arbeite „nebenbei“ in Teilzeit bei einem sehr netten Softwareunternehmen in Karlsruhe und die restliche Zeit geht für Label, Mailorder und alles weitere drauf...

Hast du Vorbilder? Ich weiß eine blöde Frage, aber gibt es was woran du deine Arbeit orientierst??

Puh, Vorbilder im klassischen Sinne habe ich eigentlich wirklich nicht. Ich habe selbst am Anfang relativ wenig darauf geschaut, was andere machen (wobei ich mir schon abgeschaut habe wie sie einiges machen, zugegeben....) und das ist auch bis heute so.

Der Mailorder ist ja sehr vielseitig aufgebaut und besonders bemerkenswert finde ich, daß du eine Vielzahl an interessanten Büchern verkauft, die mit Musik ja nichts zu tun haben...das hebt dich, so finde ich es, von den üblichen Mailordern ab. Früher hattest du ja nur eine reine Plattenliste...wie kam es zu dieser Entwicklung?

Begonnen hat der Mailorder wirklich durch die ersten Tauschgeschichten mit meinen eigenen Labelreleases und dann halt Verkaufskisten auf Konzerten, inzwischen ist das einiges mehr geworden und mit einem wesentlich breiteren Programm. Bücher, Broschüren oder eben auch Fanzines finde ich sauwichtig und auch wenn das echt schwer zu verkaufen ist, liegt es mir sehr am Herzen. Freut mich außerdem jedes Mal sehr, wenn mal jemand ein Buch mitbestellt....

Könntest du dir vorstellen, auch selber mal in diese Sparte zu gehen, und zu sagen "scheiß auf Platten, ich veröffentliche jetzt Bücher???"

Bücher finde ich auf jeden Fall sehr spannend, wobei das ja bei den meisten Kleinverlagen ähnlich brotlose Kunst ist wie bei Labels... Ich habe mich da bisher nie ausführlicher damit beschäftigt, aber generell fände ich das irgendwie in weiter Zukunft schon sehr spannend...falls ich irgendwann mal ganz viel Geld und Zeit zur Verfügung habe.

Wie sieht das mit deinen "Connections" aus...mittlerweile bist du mit deinem Label ja sehr international...hast du auch Chancen, deine Platten von deutschen Bands wie INNER CONFLICT oder KOYAANISQATSI im Ausland abzusetzten...wie ist da so die Resonanz!

Ich habe im Ausland mehrere Vertriebsconnections, teilweise über richtige Indie-Vertrieb wie Sonic Rendevouz in den Beneluxstaaten oder Cargo Music in den USA, teilweise halt über die üblich-verdächtigen DIY-Distros. Connections haben sich da inzwischen einige ergeben und ich bin auch sehr froh, dass es da zwischenzeitlich ein Netzwerk gibt und die Sachen auch außerhalb Deutschlands meistens recht zu kriegen sind.... Deutschsprachige Bands sind außerhalb des deutschsprachigen Raums natürlich nicht so einfach zu verkaufen, aber ein bisschen was geht immer. Zum Beispiel Inner Conflict hatten ja auch schon Veröffentlichungen in den USA, von daher geht da schon einiges....

Wie stehst du zum Beispiel hinter einer Band, die auf deinem Label ne Platte macht und dann später zu einem größeren (fast schon major-ähnlichen) Label wechselt...also wie zum Beispiel RIFU, die ja nun bei GO-Kart gelandet sind

Mit Rifu habe ich übrigens sogar zwei Platten gemacht.... Im Prinzip ist das schon o.k., wenn eine Band zu einem anderen / größeren Label gibt, das ist also nicht der Knackpunkt. Im Falle von Rifu ist die Kommunikation gerade von Seiten der Band ziemlich beschissen gelaufen und deshalb bleibt da auch ein fader Beigeschmack, aber generell gönnen ich einer Band schon den Erfolg und habe da auch kein Problem damit. Konkret mit Rifu war es so, dass wir uns nach dem Wechsel nur einmal ganz kurz über den Weg gelaufen sind, wenn ich sie heute treffen würde, wäre das sicher wieder einigermaßen freundschaftlich.
Im Übrigen gibt‘s sogar haufenweise Gegenbeispiele von Bands, die trotz Angeboten von größeren Labels auf Twisted Chords geblieben sind....

Deine Platten werden ja auch über BROKEN SILENCE vertrieben, einem Großvertrieb für Labels. Was erhoffst Du dir mit der Zusammenarbeit eines solchen Vertriebes...ich frage das, weil über BROKEN SILENCE z.B auch Platten vertrieben werden, die ich mehr als merkwürdig finde....wie PÖBEL UND GESOCKS und dergleichen...natürlich auch wieder nette Sachen...aber hadert man da nicht selber manchmal mit sich, wenn eine solche Anzeige von denen geschaltet wird, wo die eigenn Sachen mit zwiespältigen Geschichten gleichzeitig angeboten werden...

Naja, der Nutzen liegt klar auf der Hand: Broken Silence bietet eine professionelle Vertriebsstruktur, beliefert alle Länden (also auch Media Markt und Co., egal was man davon auch immer halten möchte) und schafft somit eine Vertriebssituation, die ich alleine so niemals aufbauen könnte. Und es ist mir schon sehr wichtig, dass die Sachen auch wirklich überall zu kriegen sind und nicht nur bei den üblich-verdächtigen DIY-Distros. Das sind sicherlich die Vorteile, die Nachteile gibt‘s aber halt auch, Stichwort höhere Preis in den Läden, weniger Kontrolle mit was Du da in einen Topf geworfen wirst oder dass Du halt plötzlich bei einer Anzeige neben Pöbel und Gesocks stehst... Da muss man halt abwägen und für mich überwiegen gerade bei Broken Silence absolut die Vorteile.

Du bist ja quasi in Karlsruhe sesshaft, hast dort viel zu tun, organisierst Konzerte und egangierst dich....wie ist die derzeitige Situation, seitdem die Ex-Steffi nicht mehr ist??

Die Ex-Steffi ist inzwischen seit über einem Jahr geräumt und eigentlich hat sich – nach meinem Empfinden – die Situation hier recht gut entwickelt, es gibt zwei Konzertgruppen, die regelmäßig Veranstaltungen machen (einmal die kgruppe und einmal [less talk more rock], bei letzteren bin ich mit dabei), es gibt mit der „alten Hackerei“ einen neuen Konzertschuppen, es haben sich ein paar Konzertmöglichkeiten in Juzes etc. aufgetan, es gibt mit der Planwirtschaft und der Viktoriastrasse wieder zwei Treffpunkte für politische Gruppen, Veranstaltungen, Voküs usw., eigentlich ist das gar nicht mal so schlecht... Konzertmäßig hänge ich – wie gerade schon erwähnt – bei [less talk more rock] mit drin, wir machen gelegentlich Sachen, die wir gut finden und viel mehr würde ich zeitlich auch nicht stemmen können.

Siehst du dich eigendlich selber als "Unternehmer"...muß so ein Label "wirtschaftlich" sein? Twisted Chords ist doch eine eigetragene Firma?

Twisted Chords ist eine Firma und dementsprechend bin ich dann wohl Unternehmer, ja. Ich arbeite da natürlich schon einigermaßen wirtschaftlich und es wäre vermessen zu sagen, dass Geld da nebensächlich ist, die ganze Geschichte frisst unglaublich viel Geld, was natürlich auch wieder reinkommen muss, ansonsten wäre ganz schnell Schluss. Da geht es mir also nicht anders als jedem anderen Label oder halt Unternehmen auch....

Was ich sehr sympathisch finde...du schaust auch über den Tellerand und veröffentlichst Platten von Bands, die hierzulande nun kaum eine Sau kennt...bestes Beispiel deine beiden neusten Veröffentlichungen KOLOKOL und ARMAGEDDON CLOCK....wie siehst du denn da die Entwicklung von Twisted Chords?

Eine bewusste und geplante Entwicklung ist das eigentlich gar nicht, oft entstehen Sachen spontan oder aus einem Bauchgefühl heraus, so wie es beispielsweise auch bei der Kolokol LP war. Ich kannte die Band bzw. ihre Singles bereits, fand sie super, dann kam ihre neue CD, das Vinyl gab‘s nirgends und irgendwie ergibt sich das dann. Dass jetzt gerade zwei Bands auf einen Schlag erschienen sind, die beide noch nicht sooo bekannt sind und sicher erst noch ein bißchen Zeit brauchen, ist eher Zufall. Die nächsten beiden werden das genaue Gegenteil, da kommen dann neue Scheiben von Nein Nein Nein und Chaoze One, die man dann wohl als den etablierten Teil von Twisted Chords sehen muss....

Läßt du dir von anderen Leuten in die Sache reinreden, haben auch Nichtbeteiligte ein Mitspracherecht...?

Hatte ich vorhin schon mal kurz angeschnitten, es gibt durchaus Menschen, auf deren Meinung ich Wert lege und die in der Lage sind, mich zu beeinflußen, aber das sind wenige und die frage ich in der Regel auch nach ihrer Meinung bevor ich was entscheide... Reinreden kann mir aber letztlich niemand, wenn ich was unbedingt machen will, ziehe ich das auch durch....

Wie ist deine Meinung zu Bands wie TURBOSTAAT oder MUFF POTTER...früher Punkrock, heute auf nem Major...und was ist deine Meinung zu Leuten, die das kritisieren...?

Ich würde die beiden da etwas gesondert voneinander betrachten. Erstmal mache ich es niemandem grundsätzlich zum Vorwurf, wenn er zu einem Major geht oder mit seiner Musik Geld verdient. Es ist alle mal cooler mit Musik Geld zu verdienen als jeden Tag irgendeinen Scheißjob zu machen. Punkt. Die Frage ist halt, wie viele Kompromisse man dafür geht, wie viel man sich dafür verbiegt und selbst belügt. Und da sehe ich eben den Unterschied zwischen Turbostaat und Muff Potter (die ich musikalisch übrigens beide durchaus schätze....), erstere ziehen einfach straight ihr Ding durch und machen das, was sie wirklich lieben, bei letzteren bin ich mir da manchmal nicht so sicher.... Und noch genereller: es ist mir hundermal lieber, wenn mich Turbostaat vom Intro-Cover aus angrinsen als irgendwelche komischen Bands, die ich sowieso nicht mag..... Kritisieren kann man das sicher alles, aber mal ehrlich, wie viele von denen die „Verrat“ schreien würden in der gleichen Situation wirklich Nein sagen?

Deine Meinung zu Portalen wie MYSPACE...es gibt ja viele Vorbehalte dagegen.... mittlerweile bist du ja auch einer von denen! Hehe!

Ja, auch so eine Hassliebe. Auf der einen halt eine total geile Art der Kommunikation und ein Netzwerk in dem viele positive Dinge entstehen könnten (aber meistens nicht tun....), auf der anderen Seite völlig nervig und viel zu hip und mit derart unerträglicher Scheiße zugemüllt... Und ja, ich bin dabei, mehr aus Zwang denn aus Überzeugung, aber wenigstens sticht die Seite – Danke Michi! – etwas heraus aus diesem Myspace-Einheitsbrei.....

Was wird die Zukunft denn noch so bringen? Sind schon weitere Projekte in Planung???

Vorhin hatte ich schon kurz angesprochen, dass in 2007 auf jeden Fall noch neue Scheiben von Nein Nein Nein und Chaoze One kommen, dann laufen noch so einige andere Projekte und Überlegungen die noch nicht ganz spruchreif sind, ich hänge noch in einigen Konzerten mit drin, mein Mini-Polit-Klamottenlabel angryouth sollte irgendwann mal finalisiert werden und und und...langweilig wird mir nicht.

Welche Scheiben kommen bei dir mit auf eine einsame Insel???

Das wechselt wöchentlich, bei den All-Time-Favourites steht sicher was von Slime, But Alive, Chumbawamba, Social Distortion, Snuff, Gorilla Biscuits und und und....dabei.

So, zum Schluß noch mal die Frage, was willst du persönlich in Zukunft noch erreichen...? Nicht nur auf Twisted Chords bezogen???

Puh, ganz schwer, weil ich wirklich niemand bin, der allzu weit in die Zukunft plant. Also ich plane schon, aber meistens erstreckt sich das höchstens auf ein paar Monate und ist dann auch eher angedacht als geplant... Außerdem erwischt Du mich gerade in einem Moment, in dem es mir eigentlich recht gut geht, für den Moment kann es also gerne so bleiben wie es ist, sowohl in Bezug auf Label/Mailorder/Konzerte als auch auf mein restliches (Privat-)Leben als auch auf meinen Job.... Klar gibt‘s immer Sachen, die man sich wünscht, aber größere Ziele könnte ich gerade wirklich nicht formulieren.

Abschließende Worte??????

So was kann ich auch nicht...Vielleicht (und ehrlich gemeint): schön, dass jemand im Zeitalter von Internetfanzines und Hochglanz-Print-Magazinen noch ein kleines A-5er Papierfanzine macht, gibt‘s viel zu selten heute – oder ich bekomme es zumindest zu selten mit.....

zurueck


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