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Interview für das Trust Fanzine zur Vinylpreisentwicklung, Dezember 2012...
Interview für das "Trust Fanzine" zur Vinylpreisentwicklung: das Trust Fanzine veröffentlichte Ende 2012 ein "Vinylspecial" zur Herstellung von Schallplatten, in der Folge entstand ein zweites Special mit Interviews zur Preisentwicklung bei Vinyl mit Labels & Vertrieben.
Interview geführt im Dezember 2012, erschienen im Juni 2013. Fragen: Bela.

Hallo, könnt ihr mir vielleicht erklären, wieso in den letzten Jahren, die Vinylpreise so drastisch nach oben gestiegen sind. Sind da in erster Linie, die Labels dafür verantwortlich oder stiegen auch die Herstellungs, Mastering, Produktionskosten etc. drum herum so sehr in die Höhe, damit der fast doppelte Preis (also statt rund 10, nun rund 20 Euro) dafür gerechtfertigt sind? Und was hältst du/ihr persönlich von dieser Preispolitik?

Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich und das Thema ist extrem komplex, ich versuche es mal auf ein paar entscheidende Punkte runter zu brechen. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die je nach Größe des Labels / der Band mehr oder weniger ins Gewicht fallen. Zunächst einmal: die Produktions-und Herstellungskosten sind nur unwesentlich gestiegen bzw. eben im Rahmen der „normalen“, üblichen Teuerung. Einige Faktoren wie beispielsweise Drucksachen (Inlays, Texthefte etc.) sind sogar günstiger geworden durch Digitaldruck und zahlreiche Onlinedruckereien. Aufnahmekosten sind durch neue Möglichkeiten wie Homerecording etc. zumindest variabler geworden, das reine Vinyl ist etwas teurer, die Kosten drum herum für Porto, Promo, Gema, Lizenzen, Anzeigen, Flyer, Songs auf CD-Beilagen etc. sind konstant.
Die Produktionskosten alleine sind also nicht verantwortlich für die gestiegenen Preise, hier spielt vielmehr eine Rolle, dass die Absatzzahlen in einigen Bereichen massiv eingebrochen sind und es wesentlich schwierig ist, heutzutage Tonträger zu verkaufen als noch vor Jahren. Die Anzahl an Produktionen steigt seit Jahren massiv, niemand kann auch nur annähernd einen Überblick über alles Neue behalten, geschweige denn sich alles kaufen. Dazu wird im Internetzeitalter nicht mehr „blind“ gekauft und alte Traditionen wie „ich kaufe alles von Label XY“ sind kaum noch vorhanden.
Sprich: jede einzelne Produktion muss sich in einem schwieriger werdenden Markt erst einmal durchsetzen und die Gefahr von Fehlgriffen ist erheblich höher. Es mag also Labels geben, die mit einer „funktionierenden“ Veröffentlichung gleich noch einen potentiellen Flopp abdecken.
Erschwerend kommt hinzu, dass bis weit in die „Nullerjahre“ hinein die gesamten Produktionskosten (inklusive Studio, Mastering, Werbung etc.) auf die Komplettproduktion umgelegt werden konnten, die größtenteils in CDs abgesetzt wurde. Um das mit fiktiven Zahlen zu untermauern: wenn ich früher ein Album veröffentlicht habe und dabei 2.000 CDs und 500 LPs gepresst/verkauft habe, waren die anteiligen Grundkosten für eine LP überschaubar, wenn ich heute von der gleichen Produktion vielleicht noch 500 CDs, 100 Downloads und – Tendenz eher steigend – 700 LPs verkaufe, dann sind die Grundunkosten pro Tonträger erheblicher, der Preis des einzelnen Tonträger erhöht sich entsprechend.
Ein weiterer Faktor für den Punkbereich ist sicherlich, dass bis vor einigen Jahren sehr viele Platten in der Tschechei zu vergleichsweise niedrigen Preisen gepresst wurden. Inzwischen pressen meines Wissens nur noch sehr wenige Labels dort, die Preise haben zwischenzeitlich auch europäisches Niveau erreicht. Für diese Labels sind also tatsächlich auch etwas höhere Herstellungspreise zu verzeichnen.

Um in die Zukunft zu schauen: der Run auf Vinyl hält momentan ungebrochen an und für viele Labels, die vor Jahren Vinyl völlig abgeschrieben hatten und ausschließlich auf CDs gesetzt haben, wird die Platte plötzlich wieder interessant. Zum einen weil insgesamt viel weniger verkauft wird und 500 LPs eben plötzlich wieder ein relevanter Absatzmarkt sind, zum anderen weil es tatsächlich eine erhöhte Nachfrage nach Vinyl gibt. Die Presskapazitäten sind aber seit Jahren die gleichen und es entstehen keine neuen, was dazu führt, dass die Presswerke aufgrund der großen Nachfrage die Preise mehr oder weniger beliebig erhöhen können.

Wenn ich mir die Preise z.B. bei der Flight13 Dublication so ansehe, also: 500 12" Vinyl LPs, schwarzes Vinyl, Schnitt- und Vollentwicklung, 2 Testpressungen, 1-2fbg Labels, 4fbg Cover 300g/m² mit unbedruckter Innenhülle, inkl Mehrwertsteuer, inkl. Versand 1400 EURo, dann ist das nicht gerade ein Vermögen, also 2 Euro und ein paar zerquetschte, pro Stück. Da fragt sich natürlich schon, wieso dann manche Veröffentlichungen den rund zehnfachen Preis ausmacht. Und wo denn dann das ganze Geld hinfließt, damit am Schluss manche LP zwischen 15-20 Euro kostet? Habt Ihr dafür eine Erklärung?

Die Frage habe ich zum Teil schon in der vorigen Antwort angeschnitten: die Kalkulation lässt natürlich nicht auf die reinen Herstellungskosten runter brechen. Die Band will bezahlt werden und/oder bekommt Freiexemplare, die Grafiken müssen bezahlt werden, ggfs. fallen Gema-Gebühren an, evtl. Lizenzkosten an andere Labels, Studios oder die Band, ich brauche Promoexemplare, deren Versand kostet zusätzlich Porto, ich brauche Werbung in Form von Flyern, Anzeigen, vielleicht Tracks auf CD-Beilagen, ggfs. muss ich eine Agentur für ihre Promotätigkeiten bezahlen, das Studio hat Geld gekostet, Mastering, zusätzlich habe ich vielleicht noch ein Textblatt, Poster, einen Downloadcode, Aufkleber etc.
Das sind erheblichere Kosten als die reine Pressung und natürlich kannst Du letztlich keine LP für 2 Euro das Stück herstellen, die Kosten liegen in der Regel weit mehr als doppelt so hoch.
Dann habe ich den fertigen Tonträger und es kommen die Vertriebswege: das Label verdient etwas am Tonträger und gibt es an den Vertrieb weiter, der verkauft den Tonträger mit entsprechendem Preiscode und verdient natürlich ebenfalls daran, das Ding landet im Laden oder beim Mailorder und der verdient zusätzlich daran, das Finanzamt freut sich noch über die 19% Steuer.
Als greifbares Rechenbeispiel: ich habe vor einigen Wochen die neue Kaput Krauts LP veröffentlicht, die kostet bei amazon derzeit 13,99 Euro brutto im Verkauf. Davon bekomme ich bei einem Verkauf wenig mehr als 5 Euro netto raus, was mir dann nach Abzug der Herstellungskosten, Lizenz etc. bleibt, kannst Du Dir denken…
Besser sieht es da schon bei Platten aus, die die Band direkt auf ihren Konzerten verkauft oder – für mich noch besser – die direkt bei mir im Mailorder bestellt werden, da sind die Zwischenhändler raus und es bleibt tatsächlich etwas hängen. Da sind dann eben auch Preise von 10 Euro brutto möglich, das kostet z.B. die Kaput Krauts bei mir im Shop.

Wie kannst du es dir erklären, wieso manche Labels (wie ihr) ihre LP´s zwischen 10-13 Euro verkaufen und andere dafür 16-20 oder gar 30 Euro dafür verlangen? Also wenn es sich bei beiden Pressungen um die gleiche handelt, also ohne 180 gram, schwere und bunte Pressung bzw. diesen ganzen Schnick Schnack).

Nahezu alle Twisted Chords-Veröffentlichungen kosten direkt im Mailorder 9 oder 10 Euro, wenn es limitierte Versionen wie Farbvinyl, Siebdruckcover oder ähnliches gibt, dann auch mal 12 Euro. Mehr in der Regel nicht. Bei Mailordern mit denen es eine enge Zusammenarbeit gibt, sind die Scheiben in der Regel nur unwesentlich teurer. Grund dafür ist einfach, dass mir bezahlbare und faire Preise wichtig sind und ich darauf großen Wert lege. Der Verkaufspreis ist leicht steuerbar über die eigenen Großhandelspreise und eine vernünftige Kalkulation.
Anderen scheint das weniger wichtig zu sein, offenbar auch, weil der öffentliche Druck nicht mehr da ist, sich für seine Label-oder Bandpolitik zu rechtfertigen.
Wer will, kann in jedem Fall auch heute noch faire und realistische Preise anbieten, ich habe da aber auch leichter reden als andere: ich lebe nicht vom Label und kann entsprechend mit geringeren Gewinnen besser umgehend als ein Label, von dem Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen.

Viele Labels versuchen ja ihren hohen Preis zu legitimieren, indem sie 180 gramm Pressungen in bunten, oder bunt gesprenkelten Vinyl oder mit einem aufwendigen "Luxus" Coveratwork zum Verkauf anbieten. Gerechtfertigt das wirklich den hohen Preis oder ist da auch ein wenig Bauernfang dabei?

Klar ist, dass eine aufwändigere Aufmachung teurer ist und das durchaus einen Aufpreis rechtfertigen kann, siehe hierzu auch die Twisted Chords-Preispolitik, die ich in der vorigen Antwort kurz angerissen hatte.
Die Verkaufspreise hängen grundsätzlich aber nur im überschaubaren Rahmen von den tatsächlichen Herstellungskosten ab, ob eine LP in 180g oder 140g Vinyl gepresst wird, ist in der Komplettkalkulation kein relevanter Kostenfaktor.

Dein Fazit: Sind die hohen Vinylpreise der letzten Jahre eher Abzocke oder gerechtfertigt - oder muss man da von Fall zu Fall differenzieren?

Teil, teils, die Preise sind in jedem Fall stärker gestiegen als die Unkosten. Was mir heute fehlt, ist eine kritische Auseinandersetzung darüber wie Bands und Labels arbeiten, was sie machen, in welchem Rahmen sie sich bewegen und wie entsprechend auch ihre Preispolitik aussehen könnte. Das soll kein Geschwätz von der „guten alten Zeit“ sein, aber während es vor Jahren noch Auseinandersetzungen darüber gab, auf welchem Label eine Band veröffentlicht – Stichwort Major oder Indie -, in welchen Läden sie spielt etc., findet das heute kaum mehr statt. Fragt mal Bands wie Boy sets fire oder Chumbawamba was deren Deals mit Majorlabels für Diskussion ausgelöst haben und zeigt mir eine entsprechende Auseinandersetzung aus den letzten Jahren (was um Himmels willen nicht heißen soll, dass ich die Diskussionen von damals zurück haben möchte, aber eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Entwicklungen würde ich mir wünschen).
Heute habe ich den Eindruck, dass es nicht mal mehr jemanden stört, wenn eine prinzipiell coole Band wie Off! ihre LP über Warner veröffentlicht und das Ding nirgends für unter 18 Euro zu kriegen ist, übrigens auch ganz ohne besondere Aufmachung.

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