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Interview mit dem „Screwed, blued and tattooed“-Fanzine, 2005...
Interview mit dem „Screwed, blued and tattooed“-Fanzine aus dem Mai 2005.

Zu Beginn bitte deinen Namen + Alter, Name + Anschrift des Labels, ggf. Website:

Ich heiße Tobias und bin 26. Das Label ist erreichbar über Twisted Chords, Reutweg 1a, 76327 Pfinztal bzw. im Internet unter www.twisted-chords.de

Einen kurzen Labelwerdegang bitte...

Begonnen hat es mit Twisted Chords im Januar 1996, also vor inzwischen fast 10 Jahren. Ursprünglich hatte ich für ein paar Fanzines geschrieben und zwei Tape-Sampler zusammengestellt. Aus den Tape-Samplern erwuchs dann der Wunsch „richtige“ Platten zu machen und so kam es zu Twisted Chords. Der Anfang war auch eng verquickt mit der Karlsruhe „Szene“ (wenn man das so nennen möchte...), das war damals (und ist es auch heute noch) mein lokaler Bezug und dementsprechend waren die ersten Veröffentlichungen auch allesamt von Bands aus der Gegend hier. Mit der Zeit wurde das dann alles etwas globaler, es wurden Bands aus anderen Ländern veröffentlicht, der Vertrieb wurde internationaler etc. Kurz nach dem Start des Labels begann ich dann auch Touren für die Bands zu buchen bzw. mich um Einzelgigs zu kümmern und Konzerte in Karlsruhe zu veranstalten. Noch viel später kam dann der Mailorder dazu, den es zusammen mit dem Label bis heute noch gibt und der inzwischen sicher die gleiche Priorität wie das Label hat. Wer das alles noch viel ausführlicher lesen will, kann gerne unter www.twisted-chords.de nachschauen, da gibt es noch einiges mehr zur Geschichte und Entstehung des Labels...

Wie seid ihr darauf gekommen ein Label zu gründen?

Wie oben schon kurz angedeutet, entstand die Idee, nachdem ich bereits einige Tapes veröffentlicht und auch schon für Fanzines geschrieben hatte, eben auch „richtige“ Platten zu machen und dann ging das auch schon los….
Mir war es immer wichtig in irgendeiner Form aktiv zu sein, zum reinen Konsumenten tauge ich nicht. Selbst Musik machen hat nie geklappt, Fanzine hatte ich durch, Konzerte wollte ich damals noch keine machen und so blieb eben das Label übrig. Außerdem fand ich es immer ziemlich spannend, Platten zu machen und mit den Bands zu arbeiten, die ich wirklich mag und daran hat sich auch bis heute nicht viel geändert.

Für welchen Sound steht ihr?

Keine Ahnung, im Prinzip gibt es keinen „Twisted Chords Sound“ und ich fände das auch ziemlich schrecklich, wenn das Label auf einen bestimmten Sound zu reduzieren wäre. Dafür finde ich viel zu viel an Musik spannend und hörenswert und dafür gibt‘s in viel zu vielen Sparten Bands die ich mag. Grundgerüst ist natürlich Punk und Hardcore, das ist klar und da komme nicht nur ich, sondern auch 90% der auf Twisted Chords veröffentlichten Bands her. Aber das heisst nicht, dass es nicht mal eine Ska-oder-HipHop-oder wasweissichdenn-Platte geben kann, wenn mir das eben gefällt und wenn ich es gerne machen möchte, dann kommt das unter Twisted Chords raus, unabhängig davon, ob es nun zum restlichen Programm passt oder nicht...

Ein kleines Bandnamedropping darf natürlich auch nicht fehlen...

Guerilla, Chaoze One, MDC, La Fraction, Sin Dios, Juggling Jugulars, Inner Conflict, Drunk, Ya Basta, Lütten, Der Trick ist zu atmen, Rejected Youth, Rifu, Wasted, Police Bastard, Across the Border, Free Range Timebomb, Daddy Longleg und und und...

Macht ihr auch noch etwas anderes als Platten veröffentlichen (Mailorder, Vertrieb, Booking, Fanzine, Band o. ä.)?

Neben dem Mailorder gibt es – wie schon erwähnt – den Mailorder. Daneben machen wir den Vertrieb für unsere Veröffentlichungen zum größten Teil selbst, gelegentlich veranstalten wir Konzerte in Karlsruhe und ab und zu buchen wir Touren für unsere Bands. Booking ist inzwischen weniger geworden, weil wir den größten Teil an andere Booker abgeben, bei einigen wenigen ausgewählten Bands machen wir es aber weiterhin selbst...

Label mehr als Hobby oder als Fulltimejob? Könnt ihr davon leben?

Davon leben: nein. Würde momentan nicht gehen und das ist auch meistens gut so... Das ganze läuft immer noch als „Hobby“, wobei es aber unglaublich viel Zeit und Kraft in Anspruch nimmt und schon manchmal mehr oder als ein Fulltimejob ist... Tja, 24/7 eben. Zu „davon leben können“ vielleicht noch kurz: ich respektiere es natürlich, wenn andere von ihren Labels/Bands/Mailordern leben können, stelle es mir aber sehr schwer vor, dabei dann nicht zu „verkrampfen“ und alles nur noch als Business zu sehen und wahr zu nehmen. Mag sein, dass es andere gibt, die damit besser umgehen können, ich würde mir damit wahrscheinlich sehr schwer tun.

Alle Majors heulen rum über CD-Piraterie. Euer Standpunkt zum Thema?

Sehr komplexes Thema. Grundsätzlich finde ich es gut, dass sich jeder CD‘s brennen und Songs downloaden kann. Und wenn das den Majors weh tut, umso besser… Schwierig wird‘s dann, wenn es kleine Bands und Labels trifft. Ich hatte kürzlich zu dem Thema mal gesagt, dass ich mir so was wie den „mündigen Konsumenten“ wünsche, der also in der Lage ist, zu unterscheiden, was er unterstützen und dementsprechend kaufen möchte und was er nicht unterstützen aber trotzdem haben und damit dann brennen möchte. Heisst: die Veröffentlichungen großer Labels soll sich meinetwegen jeder brennen/downloaden, die haben jahrelang viel zu viel verdient, gleichermaßen wäre es aber schön, wenn die Leute im Umkehrschluss kleinere Bands und Labels unterstützen und deren Sachen eben kaufen würden. Und wenn die Musikindustrie übrigens über Downloads und Brennen heult, dann sollte sie einfach mal ihre Gewinnspanne zwischen Herstellung und Endverkauf überprüfen und die Preise für CD‘s endlich auf ein vernünftiges und angebrachtes Maß runterschrauben.

Das Internet; Fluch oder Chance?

Ganz klar Chance. Das Internet bietet nicht nur die Möglichkeit (z.B. über Webseite, Newsgroups etc.) unglaublich schnell Neuigkeiten an alle möglichen Menschen zu bringen, sondern eben auch die Chance kostengünstig weltweit zu kommunizieren. Auch wenn es blöd klingt, aber ich würde heute nach wenigen Tagen ohne Internet wohl schon komplett durchdrehen.

Bringt ihr noch viel auf Vinyl raus? Stirbt die Schallplatte langsam aber sich aus?

Ja, ganz wichtig. Grundsätzlich erscheinen fast alle Twisted Chords-Releases als Vinyl, einiges als „vinyl only“, einiges als CD/LP, nur CD gab es auch schon, aber eben sehr selten. Vinyl ist einfach das 100-fach coolere, „echtere“ und schönere Medium, es bietet wesentlich mehr Möglichkeiten für Gestaltung etc., die Cover sind schöner und so weiter… CD‘s sind natürlich praktischer und einfacher zu handhaben, aber Vinyl ist für mich in keinem Fall wegzudenken und dementsprechend liegt die Priorität auch ganz klar auf Vinyl. Aussterben werden Schallplatten sicherlich nie, dafür gibt es einfach zu viele Nerds und Verrückte, die sich bis heute Vinyl kaufen und das ist auch gut so. Außerdem habe ich den Eindruck, dass Vinyl eher wiederkommt und in einigen Subgenres (wie eben z.B. Punk oder auch Teile der Techno-Szene etc.) ja auch nie weg war.

Über welche Vertriebe sind eure Veröffentlichungen erhältlich?

In den meisten Ländern machen wir den Vertrieb selbst, gerade in Deutschland/Europa sind es viel zu viele Distros, über die unsere Sachen erhältlich sind, um sie hier aufzuzählen. Eigentlich sollten die Scheiben bei jedem besseren Mailorder/Laden zu kriegen sein bzw. die können sie – falls nicht da – in jedem Falle bestellen. In den USA gibt es alle VÖ über Cargo Records US im Großvertrieb und über einige größere Vertriebe, die wir direkt beliefern und in den Benelux-Staaten im Großhandel über Sonic Rendevouz.

Was sollten Bands beachten, die sich bei euch mit einem Demo bewerben wollen?

Grundsätzlich gibt es kaum Bands, die bisher über das klassische Demo zuschicken auf Twisted Chords gelandet sind. Das läuft hier einfach etwas anders… Die meisten Bands suchen wir uns aus bzw. fragen wir an. Natürlich kann aber trotzdem jede Band gerne ein Demo schicken, wir hören uns das garantiert an und wenn etwas Interessantes dabei ist, kriegen wir sicher auch zusammen etwas hin. Zu beachten gibt es da nicht viel, Aufnahmen, ein kurzes Info und Texte wären nett, mehr braucht es dazu nicht.

Was macht eine Band für euch interessant?

Grundsätzlich gibt es zwei Kriterien, die einfach passen müssen. Erstens muss es musikalisch gefallen, zweitens muss es menschlich passen. Ich würde nie mit Bands arbeiten, die ich nicht mag (sei es nun menschlich oder musikalisch) und das hat bisher auch immer prima geklappt. Und ich würde natürlich auch nicht mit Bands arbeiten, hinter denen ich textlich nicht stehen kann. Natürlich muss ich nicht mit jedem Wort/Satz absolut konform gehen, aber eine gemeinsame Grundüberzeugung/Basis/Philosophie sollte es auf jeden Fall geben, sonst wird das nichts...

Und welche finanzielle und andere Unterstützung kann eine solche Band dann von euch erwarten?

Finanziell: Die Deals sind immer abhängig von der jeweiligen Situation des Labels und der Band, dann natürlich davon was für eine VÖ es werden soll etc. Da spielen viele Kriterien eine Rolle und ich werde hier natürlich nicht unsere genauen Deals rumposaunen, das ist eine Sachen zwischen uns und der Band.
Sonstige Unterstützung: Wir versuchen natürlich jede VÖ so gut wie möglich zu promoten, sei es über Flyer, Plakate, Anzeigen, Promos verschicken etc. Wobei es dabei eben auch so was wie eine „Labelphilosophie“ gibt, d.h. es werden eben nicht ein paar hundert Promos sinnlos durch die Gegend geschickt und es wird auch nur im finanziell verträglichen Rahmen Werbung gemacht etc. In der Regel reicht das aber locker aus und den wichtigsten Teil kann die Band sowieso nur selbst tun: touren.

Was macht euch am "Labelmachen" am meisten Spass und worauf könntet ihr gut und gerne verzichten?

Verzichten kann ich gut und gerne auf Dinge wie Buchhaltung, Abrechnungen, Gema etc. Alles, was irgendwie mit nervigem Papierkrieg und unnützer Zeitverschwendung zu tun hat. Spass macht es um so mehr, wenn eben neue Sachen rauskommen, der ganze Entstehungsprozess von Artwork über Aufnahmen usw., der Kontakt mit vielen Menschen, sei es nun von der Band, bei den jeweiligen Vertrieben, Mailordern, davon ist das meiste schon große Klasse.

Was würdet ihr Leuten raten, die ein neues Label gründen wollen?

Im Moment denke ich ist der „Markt“ mehr als überlaufen, das heisst es gibt einfach jetzt schon viel zu viele Labels und Mailorder. Dementsprechend sollte sich jemand eben genau überlegen, warum er/sie gerade jetzt ein Label starten möchte und was das jeweilige Label spannender als die ganzen bestehenden macht. Natürlich ist es legitim ein Label auch nur zu gründen, weil man Bock darauf hat (war bei mir ja auch nichts anderes…), allerdings ist das Scheitern in der momentanen Situation auch schon vorprogrammiert. Ich denke es war selten so schwer anzufangen mit einem neuen Label wie im Moment, dafür ist der „Markt“ einfach zu übersättigt und es ist für ein neues Label sicherlich schwer, im Moment einen vernünftigen Vertrieb hinzukriegen. Auf jeden Fall wichtig vor dem Loslegen: informiert Euch bei Leuten, die das schon länger machen, überlegt Euch was ihr machen wollt, wie ihr das finanziert, ob es realistisch ist etc. Ich erlebe immer wieder, das Leute eben die immer gleichen Fehler machen. Haben wir am Anfang (und bei manchen Dingen sicher bis heute…) auch immer wieder gemacht und deshalb denke ich, dass eine etwas strukturiertere Planung am Anfang einfach unverzichtbar ist.

Ein "Wie gründe ich mein eigenes Label" DIY-Guide; was müßte eurer Meinung nach unbedingt mit rein?

Das würde hier definitiv den Platz sprengen, da könnte sicher jeder Labelmacher Bücher darüber schreiben. Ich hatte das zum Teil in der Antwort oben schon angerissen, es ist momentan sicherlich nicht einfach mit einem Label anzufangen und es gibt auch kaum allgemeine Gültigkeiten was das Labelmachen angeht. Auf jeden Fall vorher gut informieren, sei es bei Menschen, die das schon länger machen und Ahnung davon haben und den Papierkram wie Buchhaltung usw. nicht vergessen, das kann sonst ziemlich übel nach hinten losgehen.

Zum Schluss bitte noch deine/eure 3 aktuellen Lieblingsplatten (dürfen natürlich nicht vom eigenen Label sein...):

No Hope for the kids „s/t“ LP
Drunk “The company tie”
Paint it black “Paradise”
Stündliche Änderungen möglich.

Noch ein paar letzte Worte?

Puh, nach fast 4 Seiten tippen dürfte eigentlich fast alles durch sein… Danke für das Interview und schaut mal bei www.twisted-chords.de vorbei, da gibt es noch viel mehr Infos über das Label, MP3‘s zum kostenlosen Download etc. und natürlich auch das vollständige Mailorderprogramm im Webshop.

zurueck


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